Gast-Blogbeitrag - Jolene Babyak
Eine der vielen Enthüllungen über das Bundesgefängnis Alcatraz, die die meisten Menschen überraschen, ist die Tatsache, dass dort auch Familien untergebracht waren.
Zumindest so lange, bis ich sie daran erinnere, dass Kinder auch in Beerdigungsinstituten leben (was noch erschreckender erscheint) oder in Wohnungen über dem Gefängnis wohnen, weil ihre Mutter oder ihr Vater der örtliche Sheriff ist. Tatsächlich lebten alle Alcatraz-Häftlinge sicher "oben", weit weg von uns, und die meisten arbeiteten auf der gegenüberliegenden Seite der Insel, so dass wir sie meist nicht sehen konnten.
Sechzig Familien lebten auf "the Rock", etwa die Hälfte der Belegschaft. Fünfundsiebzig Kinder waren normalerweise in meiner Nachbarschaft. Und da wir Kinder in San Francisco zur Schule gingen (man konnte entweder schwimmen oder das Boot nehmen), sahen viele von uns die Gefangenen oft nur im Sommer und meist nur in Gruppen von ein oder zwei Personen in Begleitung eines Offiziers. Abgesehen vom Hafenturm habe ich kaum je eine Waffe gesehen. Und unsere Väter, von denen viele aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammten, sprachen beim Abendessen nur selten über das Gefängnis. Wenn es dort oben eine Messerstecherei gab, habe ich nichts davon gehört. Für uns war "The Rock" also ein Viertel mit geringer Kriminalität.
Was wir nicht wussten, war, dass viele der ein Prozent der Bundesgefangenen in der Nation, die dort inhaftiert waren, vor der ersten Klasse emotional oder psychisch beeinträchtigt waren. Und wir wussten auch nicht, dass einige der Männer mit psychischen Erkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen im Block D untergebracht waren, dem Hochsicherheitstrakt, der sie von uns und anderen Gefangenen trennte. Ich bin sicher, wir hätten noch mehr Respekt vor unseren Vätern gehabt, wenn wir gewusst hätten, mit wem sie manchmal zusammenarbeiteten. Und was für die meisten vielleicht noch überraschender ist: Viele Häftlinge haben ihr Leben geändert, oft weil sie mit unseren Vätern zusammengearbeitet haben.
Und während Ausbrüche manchmal beängstigend waren und manchmal den Tod von Beamten und die Abreise von Familien von der Insel zur Folge hatten, waren sie manchmal lustig oder seltsam verwirrend oder sogar bewundernswert. All dies machte unser Viertel" zu einem aufregenden, exotischen Ort, an dem man trotz des manchmal miserablen Wetters leben konnte. Nur wenige von uns hätten ihren Wohnblock aufgegeben, um woanders zu leben. Außer vielleicht auf Hawaii. Dort gibt es auch Gefängnisse, wenn man mal darüber nachdenkt.
Um mehr von Jolenes tiefgründigen Anekdoten über das Aufwachsen auf Alcatraz Island während der Zeit des US-Gefängnisses zu hören, kommen Sie zu Alcatraz Cruises, wenn wir am Donnerstag, dem 24. Mai, von 17:30 bis 18:30 Uhr im Parc 55 Hotel den letzten Teil unserer Vortragsreihe präsentieren. Für alle Gäste werden kostenlose Aperitifs und ein Getränk gereicht.
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